Der CSD-AnschlagExtremismus und De-RadikalisierungHier „Schutz der Demokratie“, in China „Völkermord“
Ein islamistischer Extremist fuhr in eine Menschenmenge. Praktischerweise wurde die Todesstrafe mal wieder sofort „vor Ort“ vollzogen. Aber die Extremismus-Debatte hat neue Nahrung. Einige Medien haben sogar den im internationalen Extremismus-Diskurs gebräuchlichen Fachbegriff De-Radikalisierung diskutiert. Jenseits des guten Konzepts aber bleibt hier alles beim vorgeschriebenen Programm: Bestrafen, Verbieten, Ausweisen, Abschotten, Zensieren und Freiheiten einschränken! Dass es vergleichbare internationale Erfahrungen mit anderen Konsequenzen gibt, interessiert hier nicht.
Wichtigstes Beispiel China: Der uigurische Fundamentalismus war in seinen Hauptquartieren in Washington, München und später in Prag schon seit Beginn der VR China aufgebaut, finanziert und ausgebildet worden. Die ETIM-Extremisten waren später in den Kriegen des Nahen Ostens mit die brutalsten Halsabschneider in den Al-Qaeda-Szenen. Sogar die USA hatten ihre eigenen Helfer oƯiziell als Terroristen eingestuft, und etliche Uiguren sitzen, wie man hört, bis heute in Guantánamo (falls sie die Folter überlebt haben). Der frühe Erdogan hatte dann einige tausend von ihnen nach China infiltriert, um seinen damaligen Plan eines neuen eurasischen Turkreichs herbeizubomben. Und Chinas Westgrenzen waren noch in den 1990ern offenbar wenig bewacht.
Von Ende der 1990er bis Mitte der 2010er führten die uigurischen Terroristen nun Dutzende von schlimmsten Schlächtereien von Urumqi bis Beijing aus, Bombenattentate, Messerstechereien auf Marktplätzen und Autorasereien in Menschenmengen hinein. Hunderte von Toten.
China reagierte im Wesentlichen mit einem langfristigen De-Radikalisierungsprogramm. Zwar gab es in den 2010ern natürlich massive Polizeieinsätze, Verhaftungen, Verurteilungen und Todesstrafen. Im Wesentlichen aber reagierte Beijing, anders als das westliche Imperium mit
seinen Tötungsprogrammen, mit einer Bildungs- und Berufsbildungsoffensive, die das höchste Lob der UNO fand.
Der Fundamentalismus hatte die autonome Provinz Xinjiang ohnehin bereits ins Mittelalter zurückgezerrt: Junge Männer gingen am Vormittag in die Cafés und erst am Abend wieder nach Hause, Frauen waren wieder verschleiert, Zwangsverheiratungen üblich, 3,5 Kinder pro uigurische Frau sowie massenhaft 15-jährige Mütter und 30-jährige Omas. China, ein Land auf dem Weg in die Zukunft konnte es sich nicht leisten, eine Provinz im Mittelalter zurückzulassen.
Die Uiguren waren, wie alle Minderheiten in China, immer privilegiert gewesen, selbstverwaltet, von der 1-Kind-Politik ausgenommen, vermehrten sich 1949-2025 von 3 auf 12 Mio., erhöhten ihren Bevölkerungsanteil und sind in den Volkskongressen und Parteitagen stets überrepräsentiert.
Die Qualifizierungsoffensive bestand in einem gestuften Internatssystem, mit zweitweiser Zwangskasernierung für Terroristen größeren Kalibers bis hin zu normalem täglichem Schulbesuch für normale Auszubildende. Mit dreisprachiger Ausbildung (uigurisch, Mandarin,
englisch) und Studienmöglichkeiten für Mädchen, fand sie sogar finanzielle Unterstützung der Weltbank, das Lob von UN-Organisationen und massenhafte Besuche von Präsidenten, Ministern und Journalisten v.a. aus muslimischen Staaten, mit größtem Lob für Chinas Minderheitenpolitik (Reiseberichte auf UN-Webseiten). Terroranschläge konnten bis 2016
beendet werden.
China hatte seit 2017 die Welt zur eigenen Anschauung nach Xinjiang eingeladen. Wer nie kam, waren PolitikerInnen des „freien“ Westens. Der grüne Politiker und Chinakenner J. Kurz hat viele Jahre lang versucht, Reisen zu organisieren, um deutschen Grünen Xinjiang zu zeigen. Ohne Erfolg.
Inzwischen wächst Xinjiang stärker als China insgesamt und war 2025 die exportstärkste Provinz. Urumqi ist heute ein zentraler, moderner, pulsierender „Hub“ der Neuen Seidenstraßen. Nach der Visaoffensive Chinas besuchten 2025 5 Mio. Ausländer die Provinz, Hunderte von Reiseberichten sind auf YouTube zu sehen. Ausländer sind überrascht über die offene, freundliche, hilfsbereite und optimistische Atmosphäre, über entspanntes Multikulti und Multireligiosität, wie es seit mehr als 1500 Jahren galt. Ein Volk im Genozidmodus oder die KZs unserer Medien hat niemand gefunden.
Von Chinas De-Radikalisierungsstrategie lernen? Dazu sind Brüssel oder Berlin in ihrem Niedergang leider nicht mehr in der Lage – und willens sowieso nicht.
Wolfram Elsner
5.8.2026



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